Folge #31: Vom Mut alles zu fühlen – warum das Leben kein Entweder-oder ist

17. Aug. 2026

Nervenstark verbunden
Nervenstark verbunden
#31: Vom Mut alles zu fühlen - warum das Leben kein Entweder-oder ist
Loading
/

Kennst du diese Momente, in denen sich dein Herz gleichzeitig leicht und schwer anfühlt?

In meinem Leben passiert gerade unglaublich viel. Da sind wunderschöne Veränderungen, Dinge, auf die ich mich freue und für die ich sehr dankbar bin. Gleichzeitig gibt es auch Sorgen, Unsicherheiten und Situationen, die mich traurig machen. Lange Zeit hätte mich dieses Nebeneinander völlig aus der Balance gebracht. Ich hätte gedacht, ich müsste mich entweder freuen oder traurig sein. Entweder dankbar oder überfordert.

Heute sehe ich das anders.

Das Leben ist selten eindeutig

Wir wünschen uns oft Klarheit. Wir möchten wissen, wie wir uns fühlen. Am liebsten hätten wir eine Phase voller Leichtigkeit oder – wenn es schon schwierig ist – dann wenigstens eine, in der wir uns ganz der Trauer hingeben können.

Doch das Leben funktioniert selten so.

Es ist bunt. Widersprüchlich. Vielschichtig.

Während ich einen wunderschönen Moment mit meiner Familie erlebe, bewegen mich sorgenvolle Gedanken. Während ich voller Vorfreude auf neue Projekte bin, spüre ich auch Erschöpfung nach intensiven Wochen. Während ich lache, kann ich im nächsten Moment traurig werden.

Früher hätte ich versucht, diese Gefühle zu sortieren. Heute versuche ich, sie einfach da sein zu lassen.

Gefühle müssen nicht bewertet werden

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Zeit ist für mich, dass Gefühle zunächst einfach Gefühle sind.

Erst unser Kopf macht oft mehr daraus.

Wir beginnen nachzudenken:
Warum bin ich jetzt traurig? Ich sollte doch glücklich sein.
Eigentlich dürfte ich mich gar nicht freuen, wenn es anderen gerade schlecht geht.
Ich müsste doch stärker sein.

So entstehen zusätzliche Gefühle über unsere Gefühle.

Nicht die Traurigkeit belastet uns am meisten, sondern oft unser Widerstand gegen sie.

Was wäre, wenn wir das Gefühl einfach fühlen würden, ohne es sofort zu analysieren oder zu bewerten?

Kinder machen es uns vor

Kinder können das oft noch ganz selbstverständlich.

Sie weinen aus vollem Herzen. Wenige Minuten später lachen sie wieder, als wäre nichts gewesen. Sie halten nicht an einem Gefühl fest und erzählen sich keine Geschichte darüber, warum sie es jetzt nicht fühlen dürften.

Gefühle dürfen kommen.

Gefühle dürfen gehen.

Je älter wir werden, desto mehr versuchen wir häufig, unsere Gefühle zu kontrollieren. Dabei verlieren wir manchmal das Vertrauen in etwas, das unser Körper eigentlich sehr gut kann.

Fühlen.

Das Bild der Welle

In den letzten Wochen begleitet mich immer wieder ein bestimmtes Bild.

Ich stelle mir Gefühle wie Wellen vor.

Eine Welle baut sich langsam auf. Sie wird grösser, erreicht ihren Höhepunkt und flacht irgendwann wieder ab – ganz von allein.

Keine Welle bleibt für immer.

Genau so ist es auch mit unseren Gefühlen.

Trauer fühlt sich manchmal so an, als würde sie nie mehr verschwinden. Angst wirkt unendlich gross. Freude scheint manchmal viel zu kurz zu dauern.

Doch kein Gefühl bleibt dauerhaft.

Wir sind nicht unsere Gefühle.

Wir erleben sie.

Wenn wir aufhören, gegen die Welle anzukämpfen, trägt sie uns oft viel sanfter wieder ans Ufer, als wir gedacht hätten.

Das Mosaik des Lebens

Ein zweites Bild berührt mich im Moment besonders.

Ich stelle mir mein Gefühlsleben wie ein grosses Mosaik vor.

Jedes einzelne Steinchen steht für ein Gefühl.

Freude.

Liebe.

Trauer.

Dankbarkeit.

Wut.

Leichtigkeit.

Unsicherheit.

Mut.

Jedes dieser Mosaikstücke hat seine eigene Farbe, seine eigene Schönheit und seinen eigenen Platz.

Oft glauben wir, in unserem Leben dürfe nur ein Stein sichtbar sein. Entweder Freude oder Traurigkeit.

Doch wenn wir ehrlich hinschauen, leuchten immer viele Mosaiksteine gleichzeitig.

Selbst in den dunkelsten Zeiten gibt es kleine Momente der Verbundenheit, des Lachens oder der Hoffnung.

Und selbst in den glücklichsten Phasen gehören Unsicherheit, Angst oder Abschied manchmal dazu.

Vielleicht macht genau das unser Leben so menschlich.

Und vielleicht auch so wunderschön.

Alles darf gleichzeitig da sein

Diese Erkenntnis schenkt mir gerade unglaublich viel Ruhe.

Ich muss mich nicht entscheiden.

Ich darf dankbar sein und traurig.

Ich darf voller Liebe sein und gleichzeitig frustriert.

Ich darf lachen und später weinen.

Nichts davon schliesst sich aus.

Vielleicht beginnt emotionale Freiheit genau dort: Wenn wir aufhören, Gefühle gegeneinander auszuspielen und stattdessen erkennen, dass sie alle zu unserem Menschsein gehören.

Hör gerne in die neue Podcastfolge rein

In der neuen Podcastfolge nehme ich dich noch tiefer mit in meine Gedanken zu diesem Thema. Ich erzähle ehrlich, wie ich diese intensive Zeit gerade erlebe, welche Erkenntnisse mich tragen und warum mich die Bilder der Welle und des Mosaiks im Moment so sehr berühren.

Vielleicht erkennst du dich in manchen Gedanken wieder. Und vielleicht darf dich diese Folge daran erinnern, dass du nichts wegmachen musst.

Alles, was gerade da ist, darf da sein.


Mein Name ist Eva. Ich bin Mama von zwei Kindern, Pädagogin, Yogalehrerin und Atemcoach. Ich unterstütze dich dabei, dich weniger überreizt und erschöpft zu fühlen und stattdessen mit mehr innerer Ruhe, Gelassenheit und Energie deinen Familienalltag zu geniessen. Und das ganz ohne zeitintensive Praxis.

Für einen Familienalltag, der sich nährend statt zehrend anfühlt.

Wie du mit mir zusammenarbeiten kannst:

Oder: Buche ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir!

Abonniere meinen monatlichen Newsletter für bereichernde Impulse und News zu meinen Angeboten.