Kennst du diesen Gedanken?
„Mein Kind ist einfach so streng.“
Ein Satz, der oft aus purer Überforderung entsteht. Aus Momenten, in denen alles zu viel wird. In denen dein Kind schreit, trotzt, sich widersetzt – und du selbst kaum noch Raum hast, ruhig zu bleiben.
In dieser Podcastfolge nehme ich dich mit in meinen ganz persönlichen Alltag mit zwei kleinen Kindern. Und ich zeige dir, warum sich dieselbe Phase plötzlich komplett anders anfühlen kann.
Zwei Kinder, zwei Erfahrungen – und eine überraschende Erkenntnis
Mit meiner Tochter habe ich die Trotzphase als intensiv, anstrengend und oft auch konfliktgeladen erlebt.
Wutanfälle, Kämpfe, das Gefühl von ständigem „Dagegen“.
Und dann kam mein Sohn.
Gleiche Entwicklungsphase – aber ein völlig anderes Erleben.
Keine Kämpfe. Weniger Eskalation. Mehr Verbindung.
Nicht, weil er „einfacher“ ist.
Sondern weil ich heute anders bin.
Der entscheidende Unterschied: Meine innere Kapazität
Was sich verändert hat, ist nicht das Verhalten meines Kindes.
Was sich verändert hat, ist mein Umgang damit.
Heute verstehe ich viel besser:
Mein Nervensystem spielt eine zentrale Rolle.
Wenn ich innerlich angespannt bin, wenig Kapazität habe und selbst im Stressmodus funktioniere, dann eskalieren Situationen schneller.
Wenn ich hingegen regulierter bin, ruhiger, verbundener mit mir selbst – dann kann ich mein Kind ganz anders begleiten.
Warum ich weniger Wutanfälle erlebe
Das bedeutet nicht, dass mein Sohn keine starken Gefühle hat.
Natürlich hat er die.
Der Unterschied ist:
Ich gehe anders damit um.
Ich versuche nicht mehr, Gefühle zu stoppen oder zu kontrollieren.
Ich halte sie. Ich begleite. Ich bleibe präsent. Und wahre klar meine Grenzen.
Und genau das verändert die Dynamik.
So habe auch ich kaum mehr Wutanfälle. Diese unbeschreibliche Wut, die in einem hochsteigt, wenn man sich in totaler Überforderung wiederfindet. Diese Wut ist kein Teil in meinem Alltag mehr. Denn ich bin nicht mehr überfordert. Meine Kapazität ist gross genug, um die Gefühle meines Kindes zu halten.
Die Wippe: Ein Bild, das alles verändert hat
Ein Bild hilft mir im Alltag ganz besonders: die Wippe.
Stell dir eine Wippe auf dem Spielplatz vor – oder auch eine Waage. Auf die eine Seite packst du alles, was dich belastet, wo du leisten musst, wo du gefordert bist. Auf die andere Seite kommt alles, was dich nährt, dir Erholung schenkt, dir gut tut.
Sind auf beiden Seiten etwa gleich viele Dinge, ist die Wippe im Gleichgewicht. Sie schwingt flexibel und beweglich auf und ab. Wenn aber viel mehr Dinge auf der einen Seite aufgeladen sind – und sind wir ehrlich, es ist immer die Seite der Belastung, die schwerer wiegt – wird die Wippe starr und unbeweglich. Und das passiert auch mit deinem Körper, deinen Gedanken und Gefühlen. Vielleicht entwickelst du körperliche Beschwerden wie Verspannungen oder Verdauungsprobleme oder deine Gedanken fühlen sich starr und negativ an mit dem vorherrschenden Satz im Kopf: «Alles ist so anstrengend!»
Warum ich heute kaum noch Erziehungsratgeber lese
Früher habe ich viele Erziehungsratgeber gelesen – auf der Suche nach dem richtigen Weg.
Heute weiß ich: Noch mehr Wissen hilft mir nicht, wenn ich im Moment selbst nicht bei mir bin.
Mit einem regulierten Nervensystem ist etwas Entscheidendes passiert:
Ich vertraue mir. Meinen Werten. Meiner Art, mein Kind zu begleiten.
Ich muss mich nicht ständig optimieren oder anders reagieren.
Ich darf präsent bleiben, echt sein – und aus diesem Zustand heraus handeln.
Und genau das reicht.
Wie du deine eigene Wippe stabilisieren kannst
Als Elternteil bist du – gemeinsam mit deiner Partnerin/ deinem Partner – die grösste Ressource deiner Familie. Du trägst die Verantwortung, dass deine Wippe beweglich bleibt. Es wird niemand anders für dich übernehmen.
Es ist also deine Aufgabe, entweder bei der Seite der Belastung Gewicht wegzunehmen oder auf der Erholungsseite mehr aufzuladen.
Oft sind es kleine Dinge, die einen großen Unterschied machen:
- Ein bewusster Atemzug, bevor du reagierst
- Wahrnehmen, was gerade in dir passiert
- Eine Yogastunde wöchentlich oder ein altes Hobby wieder aufnehmen
- Erwartungen loslassen, die Druck erzeugen
Es geht nicht um Perfektion.
Es geht um Bewusstsein.
Zwei Impulse: Dein Kind wieder liebevoller sehen
- Werde dir der Stärken deines Kindes wieder mehr bewusst und benenne diese vor deinem Kind. Freue dich über Erfolge deines Kindes, feiere gemeinsam mit ihm.
- Ich sage meinen Kindern jeden Morgen als erstes, wenn sie aufwachen: „Schön, dass du da bist.“ Das macht mir bewusst, welches Geschenk sie sind und wie glücklich sie mich machen. Für das Kind ist es wie ein „du bist gut, wie du bist. Ich liebe dich.“ Als erste Worte, die sie jeden Tag hören. Dieser kleine Satz stärkt dich, dein Kind und eure Verbindung zueinander.
Fazit: Es beginnt bei dir
Diese Folge ist eine Einladung.
Nicht, noch mehr zu tun.
Nicht, noch besser zu funktionieren.
Sondern dich selbst mitzunehmen.
Denn dein innerer Zustand beeinflusst deinen Alltag mehr, als du vielleicht denkst.
Und genau darin liegt auch deine größte Kraft.
Mein Name ist Eva. Ich bin Mama von zwei Kindern, Pädagogin, Yogalehrerin und Atemcoach. Ich unterstütze dich dabei, dich weniger überreizt und erschöpft zu fühlen und stattdessen mit mehr innerer Ruhe, Gelassenheit und Energie deinen Familienalltag zu geniessen. Und das ganz ohne zeitintensive Praxis.
Für einen Familienalltag, der sich nährend statt zehrend anfühlt.
Wie du mit mir zusammenarbeiten kannst:
- Yoga- und Atemcoaching online
- Atemimpuls Einzelsession online
- Yogastunde vor Ort in Zug, Riedmatt
- Workshops und Events
Oder: Buche ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir!
Abonniere meinen monatlichen Newsletter für bereichernde Impulse und News zu meinen Angeboten.
