In dieser Podcastfolge dreht sich alles um ein Thema, das unseren Alltag mit Kindern tief prägt, oft ohne dass wir es bewusst merken: Co-Regulation. Sie beschreibt die Art und Weise, wie unser Nervensystem das Nervensystem unseres Kindes beeinflusst – und umgekehrt. Kinder lernen emotionale Sicherheit vor allem dadurch, dass wir ihnen unsere eigene Stabilität zur Verfügung stellen.
Was Co-Regulation ist – und wie sie funktioniert
Co-Regulation ist kein Verhalten, es ist ein tief biologisch verankerter Prozess. Es bedeutet, dass zwei oder mehrere Nervensysteme mit einander in Resonanz gehen. Im Kontext mit Kindern heisst das, dass wir Ihnen durch unsere Präsenz, Körpersprache, Atmung und Stimme helfen, sich zu beruhigen, zu orientieren und emotional sicher zu fühlen. Unser Nervensystem wird zum Anker: Ist es ruhig und reguliert, kann sich auch das Nervensystem der Kinder leichter einpendeln.
Die Entwicklung des kindlichen Nervensystems
Kinder kommen mit einem unausgereiften Nervensystem zur Welt. Viele Prozesse der Selbstregulation entwickeln sich erst über Jahre – und sie lernen sie hauptsächlich durch Beziehung. Das bedeutet: Kinder brauchen regulierte Erwachsene, um ihre Gefühle, Impulse und Stressmomente einordnen und Selbstregulation lernen zu können.
Warum Selbstregulation so wichtig ist
Damit wir Kindern bei ihrer Regulation helfen können, müssen wir selbst möglichst stabil sein. Unser innerer Zustand überträgt sich – ob wir wollen oder nicht. Selbstregulation ist daher keine Selbstoptimierung, sondern tiefe Selbstführsorge und eine Voraussetzung für gelingende Beziehungen.
Was Containment bedeutet
Containment beschreibt unsere Fähigkeit, die großen Gefühle eines Kindes „zu halten“, ohne selbst davon überrollt zu werden. Je größer unser eigenes inneres Gefäß ist, desto leichter können wir Kinder durch Wut, Angst oder Traurigkeit begleiten. Containment lässt sich erweitern – durch Selbstfürsorge, Reflexion und bewusste Regulation. Mit jeder Co-Regulation geben wir etwas von unserem Containment ab. Es ist also zentral, unser Containment regelmässig zu füllen.
Drei Schritte der Regulation
- Fühlen: Gefühle wahrnehmen und im Körper fühlen
- Gefühl verkörpern: Gefühl mit dem Körper ausdrücken (in ein Kissen schlagen bei Wut, weinen bei Trauer etc.)
- Regulieren: Nervensystem regulieren z.B. mit Atmen, Füsse am Boden spüren, ausschütteln etc.
Drei Schritte der Co-Regulation
- Verbindung aufnehmen: in Kontakt kommen, auf Augenhöhe gehen mit dem Kind
- Selbstregulation: Ausatmen, Füsse am Boden spüren, seufzen etc.
- Co-Regulieren: weich atmen, ausstrahlen: ich bin da, du darfst fühlen, ich bleibe bei dir.
Praktische Tipps für den Familienalltag
- Sorge dafür, dass du selbst reguliert bist und dein Containment möglichst gross ist.
- Weniger reden, mehr Präsenz: Kinder spüren uns stärker, als sie uns hören.
- Atemübungen und Berührung können sofort beruhigen.
- Kleine Pausen vor Reaktionen verändern die Dynamik im Konflikt.
- Perfektion ist nicht nötig – Repair ist immer möglich.
Co-Regulation ist keine Technik, sondern Beziehung.
Wenn wir uns selbst gut halten können, können wir auch unsere Kinder halten – und das verändert den Familienalltag nachhaltig.
Mein Name ist Eva. Ich bin Mama von zwei Kindern, Pädagogin, Yogalehrerin und Atemcoach. Ich begleite dich dabei, mit einfachen Tools aus Yoga und Atemarbeit, dein Nervensystem zu regulieren. Für mehr Entspannung, Freude und Leichtigkeit im Alltag.
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