Folge #7: Wenn das Nervensystem im Überlebensmodus feststeckt – Anzeichen von Dysregulation

12. Jan. 2026

Nervenstark verbunden
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Folge #7: Wenn das Nervensystem im Überlebensmodus feststeckt – Anzeichen von Dysregulation
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Viele Menschen leben heute in einem permanenten inneren Alarmzustand – ohne es bewusst zu merken. In dieser Podcastfolge spreche ich über Dysregulation im Nervensystem und warum sie so viel häufiger ist, als wir denken.

Dysregulation bedeutet, dass unser Nervensystem nicht mehr flexibel zwischen Anspannung und Entspannung wechseln kann. Stattdessen bleiben wir im Überlebensmodus hängen: ständig unter Strom, erschöpft, innerlich unruhig oder emotional abgestumpft. Das kann durch chronischen Stress, unverarbeitete Erfahrungen oder ein dauerhaft hohes Tempo im Alltag entstehen.

In unserer heutigen Gesellschaft sind sehr viele Menschen unbewusst dysreguliert. Was führt zu einer Dysregulation? Die Forschung über das Nervensystem stammt aus der Traumaforschung. Traumas, Schocktraumas, aber auch Entwicklungstraumas, die aus der Kindheit stammen, können eine Dysregulation im Nervensystem verursachen. Aber auch chronischer Stress oder zu viele Reize können zu einer Dysregulation führen. Um zu veranschaulichen, wie viel mehr Reizen wir in der heutigen Zeit ausgesetzt sind, möchte ich dir mit der Metapher des Bauern im 18. Jahrhundert zeigen: Ein solcher hatte nämlich etwa gleich viele Reize in seinem ganzen Leben zu verarbeiten, wie ein Mensch heute an einem einzigen Tag. Das Nervensystem ist aber immer noch das genau gleiche wie damals. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Menschen in eine Dysregulation rutschen. Es ist also elementar wichtig, dass wir unser Nervensystem verstehen lernen und es wieder in ein Gleichgewicht bringen.

Eine Dysregulation zeigt sich auf folgenden Ebenen:
körperlich: Verspannungen, Verdauungsprobleme, schwaches Immunsystem, Energielosigkeit, Schlafprobleme etc.
mental: Gedankenkreisen, Konzentrationsprobleme, Überforderung, sorgenvolle Gedanken, Aufschieberitis etc.
emotional: Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Beziehungsprobleme, Angst- und Panikstörungen, fehlende Stressresistenz
spirituell: Fehlende Orientierung/Vision, fehlende Intuition, Selbstsabotage, Mangeldenken

Nach der Geburt meines zweiten Kindes rutschte ich in eine leichte Dysregulation. Ich war damals sehr schnell überfordert, einfach Entscheidungen fielen mir schwer, das Leben erschien mir wahnsinnig anstrengend. Ich empfand weniger Freude am Alltag und verhielt mich oft nicht so, wie ich mir das Verhalten einer guten Mama vorstellte. Meine Gefühle waren sehr intensiv, vor allem Wut begleitete mich tagtäglich und es flossen viele Tränen. Ich war oft erschöpft, energielos und einfach nicht wirklich glücklich. So hatte ich mir das Familienleben nicht vorgestellt.

Mit meinem positiven Mindset schaffte ich es immer wieder kurzzeitig, mich gut auszurichten, die schönen Seiten wieder zu sehen. Leider war das aber nie nachhaltig und ich rutschte immer wieder in Erschöpfung, Wut und Unzufriedenheit. Die Eiswürfelmetapher veranschaulicht sehr gut, warum mein positives Mindset mir nicht nachhaltig geholfen hat.

In der Ausbildung im Modul von Britta Kimpel erklärte sie Regulation und Dysregulation im Nervensystem und dessen Auswirkung mit einer Metapher:

Stell dir vor, du bist ein einem Raum von –10°C und du hast einen Eisblock in der Hand. Dieser Eisblock ist dein Problem. Du hast den ganzen Fokus auf diesem Eisblock und willst ihn um jeden Preis loswerden. Also zerschlägst du den Eisblock in tausend Stücke. Leider ist das Eis aber immer noch da. Dann schüttest du heisses Wasser über die Eisstücke. Aber auch aus diesem Wasser wird irgendwann Eis werden. Du kannst machen, was du willst, du wirst den Eisblock nicht los. Wenn du aber die Raumtemperatur auf +10°C erhöhst, schmilzt der Eisblock von ganz allein. Und genau das passiert, wenn wir das Nervensystem regulieren. Wir verändern, im übertragenen Sinne, die Umgebungstemperatur in unserem System und viele Probleme verschwinden von ganz allein.

Diese Folge lädt dich ein, achtsam hinzuspüren: Lebst du wirklich in Sicherheit – oder funktioniert dein Nervensystem noch immer, als müsstest du überleben?


Mein Name ist Eva. Ich bin Mama von zwei Kindern, Pädagogin, Yogalehrerin und Atemcoach. Ich begleite dich dabei, mit einfachen Tools aus Yoga und Atemarbeit, dein Nervensystem zu regulieren. Für mehr Entspannung, Freude und Leichtigkeit im Alltag.

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